
Hinweis: Der Studiengang Innenarchitektur-Diplom wurde zum WS 07/08 vollständig auf Bachelor Innenarchitektur umgestellt.
Das Tätigkeitsfeld der Innenarchitekten/in hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte erweitert. Berufstätige sind Gestalter und Ingenieure zugleich - der Standort liegt zwischen Architektur und Design. Die Berufsbezeichnung ist durch die Architektengesetzt der Bundesländer vor Missbrauch geschützt. Gleichwohl gibt es für den beruflichen Werdegang keine vorgeschrieben geregelte Laufbahn.
Folgende Fähigkeiten werden im wesentlichen für diesen Beruf benötigt:
1. Eine ausgeprägte kreative Begabung. Dazu gehören u. a. räumliches Vorstellungsvermögen, ein Gespür für Farben, Materialien und Formen sowie Zeichentalent.
2. Genauso wichtig ist das Verständnis für technisch/konstruktive Zusammenhänge. Gerade die Fähigkeit, technische Details entwickeln zu können, den künstlerischen Entwurf umsetzen und konstruktiv durcharbeiten zu können, mach den guten Innenarchitekten/in aus. Jede Möglichkeit praxisnaher Arbeit sollte wahrgenommen werden. Der Wert eines Praktikums, der handwerkliche Umgang mit Materialien und Bearbeitungsmethoden kann für den angehenden Innenarchitekten/in gar nicht hoch genug angesetzt werden. Immer noch gilt eine komplette (Tischler-)Lehre als die beste und nützlichste Berufsvorbereitung.
3. Notwendig sind weiter sichere Umgangsformen, Einfühlungsvermögen und Interesse am sozialen Geschehen, Bereitschaft zur Teamarbeit, viel Phantasie und Spontanität, Organisationstalent sowie Verständnis für kommerzielle Zusammenhänge.
Die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Innenräumen ist eine der wesentlichen Aufgaben der Innenarchitekten/innen. Dieser meist architekturbezogene, raumgestaltende Innenausbau (Raumbildender Ausbau) gewinnt als Tätigkeitsfeld der gesamten Berufsgruppe zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören die Gestaltung in öffentlichen Gebäuden wie Freizeit- und Kulturbauten, Bauten des Versorgungsbereiches (Praxen, Krankenhäuser, Altenheime), Geschäftsgebäuden, Läden, Bank-, Versicherungs- und Verwaltungsgebäuden, Hotel- und Gaststättenbauten sowie die Gestaltung von Wohngebäuden und Wohnungen. Verstärkt zählen dazu die Tätigkeiten im Zusammenhang mit Umbauten, Modernisierungen und Sanierungen.
Ein weiteres, zukunftsträchtiges Betätigungsfeld für Innenarchitekten/innen stellt der Bereich der individuellen und seriellen Produktentwicklung dar. Hierzu gehören - neben der Gestaltung von Einzelmöbeln - die Entwicklung von seriellen Möbelsystemen, Beleuchtungskörpern, Einbauelementen, Fertigbauteilen und Raumzellen (baulich orientiertes Design).
Eine weitere Aufgabe ist auch die Gestaltung von Messe- und Ausstellungsbauten.
Die Tätigkeit im Einrichtungshaus, als Einrichtungsberater, ist für Innenarchitekten/innen nach wie vor von besonderem Interesse. Hier steht auch die solide, fachkundige Beratung im Vordergrund sowie die Arbeit in Entwurfsateliers und Innenausbauwerkstätten von Einrichtungshäusern.
Im Studiengang Innenarchitektur des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule Darmstadt wird vor allem eine bauorientierte Innenarchitekturausbildung betrieben. So ist die Ausbildung im 1. bis 4. Semester weitestgehend mit der allgemeinen Architekturausbildung (Hochbau) des Fachbereichs Architektur (Studiengang Architektur) identisch. Ab dem 5. Semester finden dann spezielle Lehrveranstaltungen, Übungen und Studienarbeiten im Studiengang Innenarchitektur statt. Auf Grund des bauorientierten Studiengangs Innenarchitektur sind die Berufschancen und -möglichkeiten für Absolventen/innen der Fachhochschule Darmstadt sehr gut.